Statt hier alles noch mal neu zu schreiben, möchte ich euch einen Post zu den Diagnosekriterien zu lesen geben, den ich vor einiger Zeit nach dasad geschickt hatte.

From: Wiebke Weige <Wiebke_We...@gmx.de>
Newsgroups: de.alt.soc.aufmerksamkeitsdefizit
Subject: Diagnosekriterien
Date: Fri, 23 Jan 2004 13:26:58 +010
Message-ID: <Wiebke_Weige-A0E71E.13265823012004@news.t-online.com>

Hi Leute

Also, je nachdem wie gut das hier wird, ist es sicherlich was für die 
FAQ.
Und los gehts:
Als erstes will ich über die Diagnosekriterien bei Kindern sprechen. An 
diese Kriterien sind auch die Kriterien für Erwachsene angelehnt.

Es gibt zwei Diagnosesysteme nach denen die Diagnose durchgeführt wird.
Die Kataloge heißen ICD-10 und DSM-IV.
Um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten klar definieren zu können will 
ich erst die beiden Systeme erklären.

ICD-10
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Bei ICD-10 wird eine 'einfache Aufmerksamkeits- und 
Hyperaktivitätsstörung' diagnostiziert, wenn Aufmerksamkeitsstörung und 
Hyperaktivität und Impulsivität situationsübergreifend vorhanden ist. 
Dies bedeutet, dass die Symptomatik in mindestens zwei Lebensbereichen 
vorzufinden sind.
Kommt eine Störung des Sozialverhaltens hinzu lautet die Diagnose 
'Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens' (Kombidiagnose).
Ausschlusskriterien sind tiefgreifende Entwicklungsstörungen, 
Schizophrenie oder andere psychotische Störungen, sowie depressive 
Eppisoden oder Angsstörungen. Für jede zusatzstörung gibt es 
Kombidiagnosen.

DSM-IV
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Anders als bei ICD-10 erkennt DSM-IV auch Mischtypen an.
Wenn eine Aufmerksamkeitstörung und Hyperaktivität/Impulsivität 
situationsübergreifend vorhanden ist, nennt sich das 
'Aumerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Mischtyp'
Herrscht eine Aufmerksamkeitsstörung oder eine 
Hyperaktivität/Impulsivität vor, so wird er als 'vorwiegend 
unaufmerksamer Typ' bzw. 'vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ'.
die hyperkinetischen Symptome dürfen nicht durch eine andere Störung 
besser beschreiben werden können. Darüberhinnaus gelten als 
Ausschlusskriterien tiefgreifende Entwicklungsstörungen, sowie 
Schizophrenie oder anderen psychotischen Störungen. Für jede zusätzliche 
Störung gibt es extradiagnosen, was zu Merhfachdiagnosen führt.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen, die nicht mehr alle erforderlichen 
Symptome zeigen, kanndie Diagnose durch den Zusatz 'in partieler 
Remission' spezifiziert werden.


Wie ihr schon sieht, wird mit den Begriffen Aufmerksamkeitsstörung oder 
Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität sowie Impulsivität umgegangen.
Jetzt möchte ich erklären, was unter die einzelnen Begriffe fällt. Ich 
übernehme hier einfach mal die Liste, aus dem Buch 'Hyperkinetische 
Störungen; Döpfner, Frölich, Lehmkuhl, 2000)

Unaufmerksamkeit:
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1. Beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht flüchtigkeitsfehlerbei 
den Schularbeiten, bei der Arbeit oder bei anderen Tätigkeiten.

2. hat oft Schwierigkeiten, längere Zeit die Aufmerksamkeit bei  
Arbeiten oder Spielen aufrechtzuerhalten.

3. Scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere ihn ansprechen

4. Führt häufig Anweisungen anderer nicht vollständig durchund kann 
Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht zu 
ende bringen (nicht aufgrund von oppositionellem Verhalten oder 
Verständnisschwierigkeiten.

5. Hat häufig Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren.

6. Vermeidet häufig, hat eine abneigung gegen oder beschäftigt sich 
häufig nur wiederwillig mit Aufgaben, die länger andauernde geistige 
Aufmerksamkeiterfordern (wie Mitarbeiten im Unterricht oder 
Ahusaufgaben).

7. Verliert häufig Gegenstände, die er/sie für Aufgabenoder aktivitäten 
benötigt (z.B. Spielsachen, Hausaufgabenhefte, Stifte, Bücher, oder 
Werkzeug).

8. Läßt sich oft durch äußere Reize  leicht ablenken.

9. ist bei Alltagstätigkeiten häufig vergesslich.

Hyperaktivität:
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1. Zappelt häufig mit Händen oder Füßen oder rutscht auf dem Stuhl herum.

2. Steht 8häufig) in der Klasse oder in anderen Situationen auf, in 
denen Sitzenbleiben erfordert wird.

3. Läuft häufig herum oder kletter exessiv in Situationen, in denen dies 
unpassend ist (bei Jugendlichen oder Erwachsenen kann dies auf ein 
subjektives Unruhegefühl beschränkt bleiben).

4. Hat häufig Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit 
Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen.

5. {Ist häufig 'auf Achse' oder handelt oftmals als wäre er 'getrieben'.}
 (zeigt ein anhaltendes Muster exessiver motorischer Aktivität, das 
durch die soziale Umgebung oder durch Aufforderungen nicht durchgreifend 
beeinflussbar ist.) {DSM-IV} (ICD-10)

Impulsivität:
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1. Platzt häufig mit der Antwort heraus, bevor die Frage zu Ende ist.

2. Kann häufig nur schwer warten, bis er/sie an der Reihe ist (bei 
Spielen oder in Gruppensituationen).

3. Unterbricht und stört andere häufig (platzt z.B. in Gespräche oder in 
Soiele andere hinein).

4. Redet häufig übermäßig viel (ohne angemessen auf soziale 
Einschränkungen zu reagieren). {In DSM-IV unter Hyperaktivität 
subsumiert.} (ICD-10) {DSM-IV}

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