1. Häufig gefragte Fragen (FAQ) - de.alt.soc.aufmerksamkeitsdefizit
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1.2. Usenet
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1.3. Aufmerksamkeitsdefizit - ADS/ADHS - Zappelphillip und Träumerchen
1.3.1. Wofür steht der Begriff AD(H)S?
AD(H)S ist eine Abkürzung und bedeutet AufmersamkeitsDefizit(Hyperaktivitäts)Syndrom oder AufmerksamkeitsDefizit(Hyperaktivitäts)Störung. Beide Begriffe werden verwendet, und jeder hat einen der beiden Begriffe, den er bevorzugt. Der Unterschied zwischen den beiden Begriffen besteht in der Deutung des 'S'. Ein Syndrom ist ein Symptomkomplex, ein solcher besteht aus mehreren Symptomen, die zusammengefügt ein Bild ergeben. Dies impliziert aber keine Störung. AD(H)S wird in dieser Variante als eine Normvariante angesehen, die sich in bestimmten Verhaltensweisen und Schwierigkeiten zeigt. Eine Normvariante, die zwar oft störend aber keine Störung ist. Mit einer Störung wird im Allgemeinen etwas negatives verbunden. AD(H)S ist aber nicht grundsätzlich negativ, sondern bietet auch eine Reihe von Chancen, wie berühmte Beispiele zeigen. Aus diesem Grund wird in der Regel das 'S' als Syndrom ausgelegt.
Medizinisch betrachtet, ist AD(H)S jedoch nicht nur eine Normvariante, sondern auch eine Störung. Wobei Störung nicht wertend zu betrachten ist. Ein Mensch, der kurzsichtig ist, hat medizinisch gesehen eine Sehstörung, auch wenn es sich um eine Normvariante handelt. Dieses Beispiel lässt sich ohne Probleme auf AD(H)S übertragen. Wundert euch also nicht, wenn ihr (vor allem in medizinischer Literatur) über den Begriff als Störung stolpert.
1.3.2. Was ist dieses AD(H)S?
AD(H)S ist ganz grundlegend eine Abweichung im Dopamin-Stoffwechsel. Dopamin ist ein Botenstoff des Gehirns und an vielen verschiedenen Prozessen beteiligt ist, u.a. auch bei der Reizweiterleitung. Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: kleine Ursache - große Wirkung.
Diese recht trockene Zusammenfassung beschreibt nur sehr unzureichend die Probleme mit denen Betroffene und in der Folge auch deren Angehörige zu kämpfen haben.
Menschen mit AD(H)S haben Schwierigkeiten bei der Reizfilterung. Es ist ganz Normal, dass auf einen Menschen sehr sehr viele Reize einströmen. In der Regel ist es kein Problem, wichtige von unwichtigen Reizen zu trennen z.B. Hintergrundgeräusche von einem Gespräch zu trennen. AD(H)Sler haben damit Schwierigkeiten. Allerdings haben sie diese Schwierigkeiten nicht nur im auditiven Bereich, sondern in allen Bereichen, in denen es um die Weiterleitung und Filterung von Reizen geht.
Die Kernsymptome von AD(H)S sind:
- Aufmerksamkeitsdefizit (mangelnde Aufmerksamkeit, leichte Ablenkbarkeit oder Hyperfokussieren)
Wer sich schon mal vor eine TV-Wand gestellt hat, wo in jedem Gerät ein anderes Programm läuft, wo alle Programme auf die selbe Lautstärke gestellt sind, der merkt, dass es nicht so leicht ist, sich auf ein Programm zu konzentrieren, und die anderen Programme auszublenden. Man wird recht bald die nötige Konzentration nicht mehr aufrecht halten können, und sich ablenken lassen. Menschen mit AD(H)S haben dieses Problem aber schon in alltäglichen Situationen. Da ist die Musik in der Kneipe, und das Gespräch mit den Freunden. Da ist der Lehrer, der Mathe erklärt, und zwei Mitschüler, die irgendetwas tuscheln. Wenn Reize nicht ausreichend nach Wichtig und unwichtig gefiltert werden, dann hört man plötzlich nur noch die Musik, aber man kann dem Gespräch nicht folgen. Um einem Gespräch oder dem Lehrer folgen zu können, braucht es viel Energie, die Konzentration lässt schneller nach. Das Aufmerksamkeitsdefizit, im Begriff AD(H)S trägt diesem Rechnung. Denn es ist ebenfalls Möglich, dass sich AD(H)Sler sehr lange Konzentrieren können, allerdings werden dann alle anderen Reize völlig ausgeblendet. Dies ist vor allem dann möglich, wenn sich die Person sehr für die Tätigkeit interessiert. Interessant ist, das z.B. Computerspiele und TV diesen Effekt auslösen können. Ebenfalls können neue Situationen den Effekt ggesteigerter Konzentration auslösen (zu diesen Situationen gehören auch Arztbesuche).
- mangelnde Impulskontrolle (Ausrasten, Impulskäufe/Kaufrausch, Distanzlosigkeit, körperliche Agressivität)
Die selben Schwierigkeiten, die zum Aufmerksamkeitsdefizit führen, führen zu einer mangelnden Impulskontrolle. Aufkommende Impulse, werden nicht überprüft, sondern direkt ausgeführt. Ein Impuls muss in der Regel durch mehrere Filter ehe er ausgeführt wird. Es geht danach, ob der Impuls wichtig ist, der Situation angemessen, gesellschaftlich Akzeptiert usw. Erst danach wird ein Impuls ausgeführt. Dazu gehören auch verbale Reaktionen. So kann es der Person wichtig sein, ihrem Chef oder dem Lehrer gehörig die Meinung zu sagen, aber der Situation angemessen ist es nicht unbedingt, und sollte man handgreiflich werden, wäre es auch nicht gesellschaftlich akzeptiert. In der Regel würde man den Impuls zurückhalten, und sich im stillen ärgern. Ein Mensch mit ADS schafft das nicht unbedingt. Der Impuls ist da und ehe sich der Betreffende versieht, ist der Impuls schon ausgeführt. Die fehlende Impulskontrolle zeigt sich nicht immer so dramatisch. Betroffene reden oft dazwischen, müssen das was sie sagen wollen sofort los werden. Dieses Verhalten fällt bei Hyperaktiven eher auf, als beim ruhigen Typus.
- Mangelnde Selbsteinschätzung
Die fehlenden Filter und ungebremsten Impulse führen in der Folge auch zu einer fehlerhaften Selbsteinschätzung, die zwischen Was kostet die Welt und Das kann ich alles ohnehin nicht schwankt.
- Reizoffenheit
- oder reizsuchendes Verhalten (Extremsportler, Übertreten von Gesetzen)
- Hyperaktivität - nur beim hyperaktiven Typus (Nicht stillsitzen können..)
- innere Unruhe
1.3.3. Diagnosekriterien
1.3.4. Hilfen/Therapien
1.3.4.1. Ritalin
1.3.4.2. Ernährung
Eine Ernährungsumstellung wird oft als Alternative zur herkömmlichen Medikation gesehen und angepriesen. Die Zugrunde liegende Theorie besagt, dass Zusatzstoffe in der Nahrung für die Symptomatik verantwortlich sind. Zu diesen Stoffen gehören Zucker (sofern nicht natürlich vorhanden), Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Geschmacksstoffe. Diese vergiften den Körper und führen zu der Wirkung indem sie in den Nährstoff- und Transmitterhaushalt eingreifen. Dieser Vergiftung soll entgegen gewirkt werden, indem man auf entsprechende Substanzen verzichtet. Der Körper wird entgiftet, die Symptomatik lässt nach oder verschwindet ganz. Dafür müssen viele Nahrungsmittel und Getränke vom Speiseplan gestrichen werden. Ausnahmen gibt es keine, denn so die Theorie, wenn man verbotene Lebensmittel konsumiert, wird der Körper erneut vergiftet, die Symptomatik kommt zurück und bleibt für ca. 3 Tage.
Eine solche Diät ist recht aufwendig. Einfach in ein Restaurant gehen ist nicht möglich, denn woher soll man wissen, mit welchen Produkten gekocht wird. Kantinenessen oft nicht einfach genießbar. Viele Fertiggerichte dürfen nicht in den Einkaufskorb. Noch vor 20 Jahren waren weitere Wege zu fahren, um erlaubte Lebensmittel kaufen zu können. Denn nicht überall gibt und gab es phosphatfreie Würstchen und andere Lebensmittel die extra für diese Diät verzehrfähig hergestellt werden.
Doch es gibt auch bei diesem an sich Nebenwirkkungsfreien Konzept einige Nachteile. Immerhin ist das Einnehmen einer kleinen Pille nicht so auffällig, wie eine recht aufwendige Diät. Man wird auch von anderen Menschen eher als Krank gesehen. Die Gefahr, negativ aufzufallen steigt, wenn man Pralinen nicht annehmen kann, oder zu jeder Gelegenheit sein eigenes Essen mitbringt. Dazu kommt, dass die positive Wirkung dieser Diät nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte. Die meisten Studien lassen keinen Wirkungsrückschluss zu. In den seltensten Fällen hat diese Diät wirklich etwas gebracht, und so sollten jene, die die Diät als Alternative ausprobieren wollen einige Dinge beachten:
1. Achtet darauf, dass keine Mangelernährung stattfindet
2. Hört auf euer Gefühl. Wenn der tatsächliche Leidensdruck sich nicht bessert, dann ist es den ganzen Aufwand warscheinlich nicht wert.
3. Wenn sich kein Erfolg einstellt, dann liegt das entweder daran, dass ihr euch nicht an die Diät haltet, oder die Diät bei euch einfach nicht wirkt. Erwartet also keine Wunder, und wundert euch nicht, wenn ihr zu den vielen gehört, bei denen eine Diät nichts bringt.
- Erfahrungsbericht (18.07.2005 Alex):
Irgendwann stellte ich mehr oder weniger per Zufall eine Korrelation zwischen Essen und meiner stark ausgeprägten Müdigkeit am Nachmittag fest. (Die Müdigkeit gieng teilweise so weit das ich jegliches Autofahren am Nachmittag vermieden habe) Seit ich Mittags nur etwas kleines oder gar nichts esse bleibt diese Müdigkeit fast immer aus. Ich werde jetzt einmal versuchen welche Nahrungsmittel das besonders verursachen. Mein Verdacht liegt beim Zucker, also werde ich mir mal den Zucker im Kaffe abgewöhnen müssen und das ein wenig testen. Ich werde dann bald wieder von den Ergebnissen berrichten.
1.3.5. Ich habe gehört/gelesen, dass... AD(H)S- Mythen und Gerüchte
Um AD(H)S ranken sich viele Mythen und Behauptungen. Gerade Kritiker werden nicht müde ihre Theorien immer von neuem dazulegen, selbst wenn sie schon widerlegt wurden und die Wissenschaft schon wieder einen Schritt weiter ist. Die gesammelten Mythen und Gerüchte rund um AD(H)S findet ihr auf der Unterseite:
1.4. Diskussion